Das Berliner Antike-Kolleg und seine Träger

Zwei Universitäten, vier außeruniversitäre Berliner Forschungseinrichtungen, ein Ziel: Im Berliner Antike-Kolleg (BAK) haben sich sechs Institutionen zusammengeschlossen, um die altertumswissenschaftliche Forschung in der Region Berlin/Brandenburg dauerhaft zu stärken. Zu den beteiligten Partner, die für die einmalige Dichte und Qualität der Berliner Forschungslandschaft stehen, gehören:

Freie Universität Berlin | Henry-Ford Bau

Freie Universität Berlin | Henry-Ford Bau
Bildquelle: Freie Universität Berlin, Foto: Bernd Wannenmacher

An der Freien Universität Berlin (FUB) sind die Disziplinen, die sich mit alten Zivilisationen befassen, in außergewöhnlicher Zahl konzentriert. Insgesamt rund 20 Fächer widmen sich der Erforschung der Antike im weitesten Sinne; die deutlich archäologische Ausrichtung zieht eine enge Verbindung zu den naturwissenschaftlichen Disziplinen nach sich, insbesondere zu einer reichen geowissenschaftlichen Expertise im Bereich der Prospektion und der Umweltrekonstruktion.

Bereits 2004 hat die Freie Universität ihre altertumswissenschaftliche Expertise im Interdisziplinären Zentrum Alte Welt (IZAW) gebündelt, um das Gespräch über die Fächergrenzen hinaus zu ermöglichen. So konnten neue Forschungsfragen entwickelt werden, die schließlich auch Eingang in das Exzellenzcluster Topoi fanden und deren Weiterentwicklung und Vermittlung in der Ausbildung auch im Berliner Antike-Kolleg (BAK) eine bedeutende Aufgabe ist.

Dies und die Fülle der Disziplinen sowie die Kooperation der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) mit der Dahlem Research School (DRS) machen die FUB zu einer ersten Adresse für Studierende und Lehrende der Altertumswissenschaften.

Humboldt-Universität zu Berlin | Hauptgebäude

Humboldt-Universität zu Berlin | Hauptgebäude
Bildquelle: CC-BY-SA-3.0

Die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) hat ausgewiesene Stärken im Bereich der Philosophie, Theologie, Wissenschaftsgeschichte und in den Forschungen zu Transformationen der Antike. Ziel ist es hier jeweils, Elemente antiker Kultur und antiken Denkens auch in ihrem Einfluss auf die jüngeren Epochen der europäischen Geschichte zu verstehen. Bedeutende Forschungsthemen sind unter anderem antike Weltbilder, Vorstellungen vom Kosmos in alten Kulturen oder auch zur Ausbreitung des Christentums. Zusammen mit anderen Fächern sind die genannten Disziplinen im August-Boeckh-Antikezentrum der HU vertreten, das sich als Plattform zur Diskussion, zum Austausch sowie zur gemeinsamen fächerübergreifenden Arbeit versteht, wie sie auch im Exzellenzcluster Topoi praktiziert wird und im Berliner Antike-Kolleg (BAK) in Forschung und Ausbildung fortgesetzt werden soll.

Die Kooperation mit der Humboldt Graduate School sichert eine Ausbildung an der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) nach hohen Qualitätsstandards.

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Bildquelle: BBAW, Foto: Angelika Fischer

Seit dem 19. Jahrhundert wird an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) zu griechischen und römischen Inschriften, Münzen oder antiken medizinischen Texten wie auch zum Studium der ägyptischen Sprache geforscht – verbunden mit einer einmaligen editorischen Kompetenz, die in die Arbeit des Berliner Antike-Kollegs (BAK) Eingang finden wird. Viele der bereits im 19. Jahrhundert initiierten altertumswissenschaftlichen Akademievorhaben wie die Inscriptiones Graecae, das Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL), das Altägyptische Wörterbuch oder die Turfanforschung bestehen bis heute fort; neue, wie das Corpus Coranicum oder das Vorhaben zur Alexandrinischen und antiochenischen Bibelexegese in der Spätantike oder zu Galen traten jüngst hinzu.

Im Jahr 2005 hat die Akademie ihre altertumswissenschaftlichen Akademievorhaben unter einem gemeinsamen Dach, dem Zentrum Grundlagenforschung Alte Welt, zusammengeschlossen.

Mit seiner Beteiligung am BAK will es das Profil der altertumswissenschaftlichen Forschung schärfen und zugleich im Rahmen der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen.

Die BBAW beteiligt sich an den Promotionsprogrammen: Ancient Languages and Texts (ALT); Ancient Philosophie/History of Ancient Science (APhil/HistAS); Languages and Cultures of the Silk Road (Silk Road)

Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts | Theodor Wiegand Haus

Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts | Theodor Wiegand Haus
Bildquelle: DAI, Foto: Peter Grunwald

Seit seiner Gründung im Jahre 1829 gehört das Deutsche Archäologische Institut (DAI) zu den führenden weltweit aktiven Institutionen im Bereich der Archäologie und Altertumswissenschaften. Heute forschen insgesamt 15 Abteilungen auf fünf Kontinenten – wissenschaftliche Beziehungen bestehen zu den Ländern des Mittelmeerraumes genauso wie zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion, Asiens, Afrikas und Südamerikas. Die Tätigkeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dient wissenschaftlichen Interessen wie auch der Erschließung des kulturellen Erbes der jeweiligen Länder. Damit ist das DAI, auch als Forschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes, eine bedeutende Größe der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik der Bundesrepublik Deutschland.

Zahlreiche Projekte des DAI sind in inter- und transdisziplinär arbeitenden Clustern zusammengefasst, die häufig Geistes- und Naturwissenschaften in ihren Forschungen miteinander vereinen.

Dem Berliner Antike-Kolleg (BAK) stellt das DAI seine herausragende Kompetenz bei Grabungsarchäologie und Landschaftsrekonstruktion zur Verfügung, die besonders auch in die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Rahmen der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) einfließen wird.

Das DAI beteiligt sich an den Promotionsprogrammen: Landscape Archaeology and Architecture (LAA); Languages and Cultures of the Silk Road (Silk Road)

Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte

Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
Bildquelle: MPIWG, Foto: Reinhard Görner

Am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) wird erforscht, wie sich in der jahrhundertelangen Wechselwirkung zwischen den Wissenschaften und den sie umgebenden Kulturen neue Kategorien des Denkens, des Beweisens und der Erfahrung herausgebildet haben. Eines der zentralen Forschungsthemen ist die Globalisierung des Wissens, wobei die einzelnen Projekte mehrere Jahrtausende sowie Kulturen aus allen Teilen der Welt umfassen. Sie erstrecken sich von der babylonischen Mathematik bis zur heutigen Genetik, von der Naturgeschichte der Renaissance bis zu den Anfängen der Quantenmechanik.

Die Antikeforschung wird am Institut als ein zentraler Bereich der Wissensgeschichte gesehen, der auch im Engagement des Instituts im Berliner Antike-Kolleg (BAK) und in der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) fortgeschrieben wird.

Das MPIWG beteiligt sich am Promotionsprogramm: Ancient Philosophy/History of Ancient Science (APhil/HistAS)

Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz | Museumsinsel

Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz | Museumsinsel
Bildquelle: bpk

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) vereinigt die Staatsbibliothek und zahlreiche Museen mit unterschiedlichen Schwerpunkten unter einem Dach, darunter das Ägyptische Museum, die Antikensammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte, das Pergamonmuseum oder das Vorderasiatische Museum. Die Sammlungen und Bestände sind enzyklopädisch und universal zugleich, sie dokumentieren die kulturelle Entwicklung der Menschheit von den Anfängen bis zur Gegenwart und bilden eine einzigartige Forschungsbasis. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal der Bestände ist, dass sie sämtliche Sparten der kulturellen Überlieferung umfassen.

Der interdisziplinären Arbeit im Berliner Antike-Kolleg (BAK) kommt darüber hinaus zu Gute, dass die SPK mit ihrer Arbeit und ihren Wissensarchiven an der Schnittstelle zwischen Kunst und Kultur einerseits und Wissenschaft und Forschung andererseits steht, eine Position, von der insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs im Rahmen der Berlin Graduate School of Ancient Studies (BerGSAS) profitiert.

Die SPK beteiligt sich an den Promotionsprogrammen: Ancient Objects and Visual Studies (AOViS); Languages and Cultures of the Silk Road (Silk Road)