Springe direkt zu Inhalt

Friedrich-Gedike-Seminar. Akademie für Lehrkräftefortbildung

Mit dem Friedrich-Gedike-Seminar finden über 15 Jahre Expertise in der Lehrkräftefortbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) einen neuen institutionellen Rahmen am Berliner Antike-Kolleg. Unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Kipf (Didaktik der Alten Sprachen, HUB) hat die Akademie für Lehrkräftefortbildung zum Ziel, einen kontinuierlichen Wissenstransfer zwischen universitärer Forschung und schulischer Praxis zu gewährleisten.

Fachwissenschaftliche Updates – kostenlos und online

Das Friedrich-Gedike-Seminar bietet als deutschlandweit einzigartige Einrichtung eine fachwissenschaftliche Ergänzung zum breiten Angebot an pädagogisch-didaktischen Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte der Fächer Latein und Griechisch. Durch gezielte Vermittlung fachwissenschaftlicher Inhalte wird ein wichtiger Beitrag zu Qualitätssicherung und Professionalisierung im altsprachlichen Unterricht geleistet. In online abgehaltenen Vorlesungen und Workshops erhalten Sie als Lehrkraft Einblick in aktuelle Fragestellungen und Erkenntnisse zu unterrichtsrelevanten Themen aus allen altertumswissenschaftlichen Disziplinen. Unsere inhaltlich zusammenhängenden Veranstaltungsreihen bieten Ihnen in zweistündigen Einzelsitzungen oder ganztägigen Workshops die Möglichkeit, auch nach Ihrem Universitätsabschluss auf dem neusten Stand der Wissenschaft zu bleiben und Ihrer Pflicht zu fachlicher Fortbildung nachzukommen.

Zertifizierte Fortbildung

Auf Wunsch erhalten Sie ein Zertifikat für Ihre Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen oder an einer Veranstaltungsreihe. Schreiben Sie uns hierfür nach Ihrer Teilnahme eine E-Mail: fgs@berliner-antike-kolleg.org

Wer war Friedrich Gedike? Vom Waisenkind zum Schulreformer

Portrait von Friedrich Gedike (Gemälde von Ferdinand Collmann)

Portrait von Friedrich Gedike (Gemälde von Ferdinand Collmann)
Bildquelle: Gleimhaus Halberstadt / Ulrich Schrader

Der 1754 in Boberow in der Prignitz geborene Friedrich Gedike gilt als Archeget des preußischen Neuhumanismus und war ein bedeutender Pädagoge und Schulreformer. Wilhelm von Humboldts Reformen bauten maßgeblich auf Gedikes Vorarbeiten auf. Nach seiner Erziehung im Waisenhaus Züllichau und Studium in Frankfurt/Oder stieg Gedike rasch im preußischen Staatsdienst auf. Bis heute wirken seine Reformen nach: so war er der "Vater" des Abiturs und führte regelmäßige Prüfungen und standardisierte Zensuren ein. Mit neuen pädagogischen Ansätzen wie der Lesebuchmethode revolutionierte er nicht nur den Latein- und Griechischunterricht an preußischen Gymnasien, sondern auch den elementaren Schreibunterricht. Die von ihm initiierte Einrichtung des Referendariats trug maßgeblich zur Professionalisierung des Lehrerberufs bei. Gedikes Herausgeberschaft der "Berlinischen Monatsschrift" sowie Mitgliedschaft in "Mittwochs-Gesellschaft" und "Montags-Club" machten ihn zu einem zentralen Akteur der Aufklärung. Er Korrespondierte mit Kant, Mendelssohn und Lessing. Friedrich Gedike verstarb 1803 in Berlin an "Entkräftung". Sein in Leipzig tätiger jüngerer Bruder Ludwig Gedike begründete die "deutsche Bürgerschule" als Vorläufer der späteren Realschulen.